Bypass Kriens/Luzern

April 2018

Nach Abschluss des Projektwettbewerbs für die verlängerte Einhausung und der Präsentation der Potenzialanalyse für den Autobahnabschnitt vom Sonnenbergtunnel bis zum Tunnel Spier kann der Gewerbeverband eine positive Bilanz ziehen.

Das neue Projekt sieht eine etwa 100 Meter lange Überdachung vor, die sich als städtebauliches Element über die Einfahrtsachse nach Kriens legt. Das Siegerprojekt überzeugt nicht nur durch die Gestaltung, sondern vor allem durch die vielseitige Nutzung der bis heute fast brachliegenden Flächen unter, neben und über der Autobahn. Durch eine geschickte Verknüpfung der Ebenen werden neue Lebensräume und attraktive Fuss- und Fahrradverbindungen geschaffen.

Die vorgelegte Potenzialanalyse zeigt interessante planerische Ansätze, die ein Zusammenwachsen der beiden Quartiere beidseits der Autobahn ermöglicht. Die Analyse beschränkt sich dabei nicht nur auf städtebauliche und verkehrstechnische Aspekte, sondern zeigt auch eine mögliche Finanzierung durch die Mehrwertabschöpfung auf. Die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton und Gemeinde zeigt, dass spezielle und unkonventionelle Lösungen möglich sind. Es liegt nun aber an der Gemeinde und der Politik, in Kriens zügig die notwendigen planerischen Schritte einzuleiten und die von Kanton und Bund gemachten Zugeständnisse über einen Richtplan langfristig zu sichern. Ein solcher Richtplan bietet nicht nur den betroffenen Gewerbebetrieben, sondern auch der ganzen Gemeinde eine Chance für eine zukünftige Entwicklung entlang der Autobahn.

Aufgrund der jetzt vorgelegten verbesserten Variante kann der Gewerbeverband das Projekt Bypass nun unterstützen und hofft auf eine schnelle Umsetzung des Gesamtprojektes inkl. Spange Nord. Die egoistische Haltung der Stadt Luzern zu einem für die Agglomeration wichtigen Infrastrukturprojekt ist befremdend, insbesondere weil gerade die Agglomeration unter den dauernden Verkehrsüberlastungen leidet, welche die Stadt durch ihre feindliche Haltung gegenüber dem motorisierten Individualverkehr mitverursacht.

Auch den Ausbau des Rengglochs als wichtige Verbindung zwischen Littau und Kriens beurteilt der Gewerbeverband positiv. Das Projekt für die neue Strasse über das Renggloch ist im März aufgelegt worden. Die Forderungen des GVK wurden alle erfüllt und wir hoffen, dass nun auch eine ÖV-Verbindung von Kriens nach Littau erneut geprüft und umgesetzt wird.

Der Vorstand freut sich, dass die politische Arbeit Früchte trägt und ein gutes Projekt entsteht, das den Verkehrsfluss im Obernau verbessert und die Gewerbezone für bestehende und neue Betriebe attraktiver macht. Es zeigt sich, dass der Gewerbeverband mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mitglieder viel erreichen kann. Ein Beispiel ist auch die aufgrund der Initiative «Staufreies Kriens» in Zusammenarbeit mit CVP und FDP entstandene dringliche Motion zur Sicherstellung des für das Gewerbe so wichtigen Verkehrsflusses: Sie konnte bereits im Herbst 2017 an den Gemeinderat überwiesen werden.

Für das Gewerbe bleibt es wichtig, dass auch während der sehr langen Bauphase der Verkehr in Kriens nicht schlechter als heute funktioniert, keine längere Stauzeiten entstehen und die Bauzeit auf ein Minimum beschränkt wird, um die Belastung der Bevölkerung möglichst gering zu halten.